YouTube: Ich bin dabei!

Ihr habt es gemerkt: Ich mache jetzt auch Videos über Linux auf dem Desktop.

Warum auf einmal Videos? Weil ich gemerkt habe, dass es viel einfacher ist, etwas in einem Screencast zu zeigen, als alles haarklein aufzuschreiben und die passenden Screenshots zu machen. Artikel wie die bisherigen wird es natürlich in Zukunft auch weiter geben. Manches kann man eben nicht so gut in Videos verpacken und außerdem sind Videos nicht so einfach durchsuchbar. Terminalbefehle oder Texte lassen sich auch nicht aus Videos kopieren. Ich denke dieses Blog und der linuxrelated-Kanal auf YouTube werden sich prima ergänzen.

Ich stehe noch ganz am Anfang, was die Erstellung und Bearbeitung von Videos betrifft. Daher ist das erste Video, in dem es um den Fedora MediaWriter geht natürlich lange nicht perfekt (das werden die Videos sowieso nie sein). Aber ich lerne dazu und bin dabei einen Workflow zu finden. Dann werden hoffentlich noch einige andere Videos folgen. Aktuell bin ich noch dabei mein Intro zu animieren und nach der passenden Hintergrundmusik zu suchen.

Fedora

Warum gerade Videos zu Fedora? Ich habe YouTube durchsucht und festgestellt, dass es kaum Videos in deutscher Sprache zu Fedora gibt, während Ubuntu allgegenwärtig scheint. Ubuntu ist ein großartiges Betriebssystem, das steht außer Frage. Aber Fedora ist es auch und, wie ich meine, völlig zu unrecht in Deutschland zu wenig bekannt. Daher habe ich im ersten Video auch ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Linux-Distros beleuchtet. Was man nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass der Schöpfer des Linux-Kernels, Linus Torvalds selbst, Fedora nutzt. Man befindet sich also in bester Gesellschaft.

Fedora gilt heute immer noch als kompliziert und nicht für den Anfänger geeignet. Aber das ist einfach nicht mehr wahr. Auch wenn Fedora Workstation mit dem GNOME-Desktop als System für Softwareentwickler beworben wird, heißt das noch lange nicht, dass es für andere, normale Dinge nicht geeignet ist. Das besondere Augenmerk auf Softwareentwicklung ist eher etwas, was noch oben drauf kommt. Das wird leider oft missverstanden. Vielleicht helfen die Videos, mal einen anderen Blick auf Fedora zu bekommen.

openSUSE

Und dann noch openSUSE? Ja, openSUSE (damals noch SuSE Linux) ist die Distribution, die mich zu Linux brachte, dank der wirklich hervorragenden Dokumentation in der Box. Außerdem hat sie ihren Ursprung in Deutschland. Aber das wichtigste für mich ist die wirklich gute KDE Plasma-Implementierung. Fedora glänzt, wenn es um GNOME geht, während zu openSUSE für mich persönlich KDE Plasma gehört. Das geht natürlich auch umgekehrt und das Fedora mit KDE auch ganz reizend funktioniert habe ich mit der Artikelserie hier gezeigt. Aber der letzte Schliff fehlt einfach doch oft.

So, und nun schaut Euch mein erstes Video an. Vielleicht auch einfach nur um zu hören, welche Stimme zu den Zeilen gehört, die Ihr jetzt gerade lest 🙂

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal! Egal ob geschrieben oder gefilmt.

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Plasma und GTK-Apps

Einheit in der Vielfalt

Wer den KDE Plasma Desktop installiert nutzt normalerweise auch die Tools, die dieser mitbringt, bzw. das, was in den KDE Applications enthalten ist. Damit ist ein gutes Zusammenspiel von Desktop und Apps garantiert, weil alles auf dem gleichen Toolkit bzw. Framework fußt. So haben dann auch alle Apps ein einheitliches Aussehen und verhalten sich bei Standardaufgaben auch ähnlich. Der Öffnen/Speichern-Dialog ist gleich, die Einstellungsdialoge sind nach dem gleichen Muster aufgebaut usw.

Nun gibt es aber auch Software, die eben nicht mit Qt, dem Toolkit, welches KDE Plasma zugrunde liegt, entwickelt wurde. Der weitaus größte Teil dieser Software nutzt GTK+ als Toolkit. Bekannte Beispiele sind GIMP, Inkscape, darktable, RawTherapee, Mozilla Firefox, Google Chrome und einige mehr.

Diese Applikationen wirken in der Standardeinstellung bei Fedora KDE wie Fremdkörper, da sie sich nicht in das Look & Feel einfügen.

Hier mal zwei Screenshots zum Vergleich. Es handelt sich hier um den Einstellungsdialog von GIMP, einmal in der Standardeinstellung:

gimp-adwaita

Und in der an KDE Plasma angepassten Darstellung:

gimp-breeze

So ist ein GTK-Programm vom Aussehen zumindest schon kaum mehr von einem Qt-Programm zu unterscheiden. Dass sich ein GTK-Programm an manchen Stellen noch anders „anfühlt“ und auch die Standard-Dialoge anders aussehen, lässt sich natürlich nicht abstellen.

Wie die Programme aussehen wird durch Themes geregelt. Das Standard-Theme bei Plasma (Qt) ist Breeze, während GNOME (GTK) Adwaita verwendet. Selbst wenn GNOME nicht installiert ist, wird dieser Theme für die GTK-Apps verwendet. Alles, was wir nun tun müssen, ist, dafür zu sorgen, dass auch für GTK-Apps das Breeze-Theme verwendet wird. Themes werden immer für ein bestimmtes Toolkit entwickelt und lassen sich natürlich nicht bei einem anderen anwenden aber man kann zumindest auf Basis anderer Toolkits Themes entwickeln, die genauso oder ähnlich aussehen. Ein solches Theme gibt es auch für Breeze, es ist nur leider nicht standardmäßig installiert. Das können wir einfach nachholen:

sudo dnf install breeze-gtk

Dann stellt Ihr sicher, dass dieser Theme auch für die GTK-Apps benutzt wird. Öffnet die Systemeinstellungen und dann unter Erscheinungsbild das Icon „Anwendungsstil“. Hier wählt Ihr den dritten Punkt „GNOME Anwendungsstil (GTK)“ und macht die Einstellungen, wie im Screenshot zu sehen.

breeze-gtk

Tooltips

Es gibt noch ein Problem mit Tooltips in GTK-Anwendungen. Und zwar sind diese im Breeze-Theme schlecht lesbar. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: In den Systemeinstellungen wechselt Ihr zu „Farbe“. Unter dem Reiter Optionen deaktiviert Ihr einfach „Farben auf Nicht-Qt-Programme anwenden“. Dann sind auch die Tooltips bei GIMP wieder lesbar.

breeze-farben

An solcherlei Punkten merkt man leider, dass die Distributoren mehr tun könnten, was die Integration des KDE-Desktops ins Betriebssystem betrifft. Und das ist leider nicht nur bei Fedora so. Eine gute Vorkonfiguration erspart dem neuen Benutzer viel Arbeit und gibt gleich ein besseres Bild ab. Aber zum Glück ist es nichts, was man nicht doch noch nachträglich einstellen könnte.

Vielleicht habt Ihr ja auch noch Tipps und Tricks, wie man den Plasma-Desktop weiter tweaken kann. Ansonsten hoffe ich, dass dieser Artikel jemandem weiterhilft.

Schriftdarstellung optimieren

Die Schriftdarstellung bei Betriebssystemen ist ein Thema, mit dem ich mich schon seit Jahren beschäftige. Auch Artikel hier im Blog zeugen davon. Es ist aber auch ein hoch-subjektives Thema. Manche installieren ein Betriebssystem und scheren sich nicht darum, wie die Schrift aussieht. Mir jedoch ist noch keine Linux-Distribution begegnet, bei der für mich in der Standardeinstellung alles optimal war. Dabei sitze ich – selbst auf der Arbeit – stundenlang vor einem Linux-Desktop. Da muss man es doch den Augen so angenehm wie möglich machen.

Am gefälligsten wirkt die Darstellung der Schrift wohl bei Ubuntu und den vielen Derivaten. Dort ist das Subpixel-Rendering (mit einigen Patches von Canonical) in der FreeType-Bibliothek enthalten und auch standardmäßig aktiviert. Bei Fedora und einigen anderen Distributionen ist das nicht so und das hat damit zu tun, dass Microsoft in den USA einige Patente auf die Technologie angemeldet hat. Da nun Red Hat auch eine amerikanische Firma ist, kann man die Funktion also nicht ohne weiteres ausliefern. Glücklicherweise ist es nicht schwierig, Subpixel-Rendering trotzdem unter Fedora zu aktivieren.

Da ich zu faul bin, nochmal vergleichende Screenshots zu machen verweise ich auf einen anderen interessanten Artikel in einem sehr empfehlenswerten Blog zu Linux. Es geht zwar eigentlich um eine Eigenart in GIMP aber dort könnt Ihr auch ganz anschaulich unterschiedliche Rendering-Algorithmen sehen. Ansonsten gibt es auch einen Vergleich im weiter oben verlinkten Artikel in diesem Blog.

FreeType in a free world

Das in den Repositories von Fedora enthaltene FreeType-Paket wird ohne aktiviertes Subpixel-Rendering kompiliert. Es hilft also erstmal auch keine Konfiguration um es zu aktivieren. Wir brauchen dazu ein Paket, wo die Unterstützung einkompiliert wurde. An dieser Stelle kommt RPM Fusion ins Spiel, das ist ein semi-offizielles Zusatz-Repopsitory für Betriebssysteme von Red Hat, also Fedora, CentOS und auch Red Hat Enterprise Linux selbst. Pakete, bei denen aus patentrechtlichen Gründen, Funktionen ausgeklammert werden müssen, stehen hier mit dem vollen Umfang zur Verfügung. Sie heißen dann genau wie die Standardpakete aber mit dem Zusatz „-freeworld“ und kommen sich damit nicht mit den Standardpaketen ins Gehege. Natürlich gibt es auch viele weitere Pakete, die Fedora gar nicht ausliefern darf. Dazu zählen insbesondere Multimedia-Codecs.

Um hier nicht alles nochmal aufschreiben zu müssen, verweise ich einfach mal auf den bereits bestehenden Artikel, der beschreibt, wie ihr RPM Fusion in Fedora einbindet. Dem könnt Ihr ganz einfach folgen. Da wir es hier aber mit KDE Plasma zu tun haben, lassen wir beim zweiten Befehl logischerweise das gnome-tweak-tool weg, da KDE seinen eigenen Einstellungsdialog dafür hat. So bleibt nur das freetype-freeworld Paket zu installieren:

sudo dnf install freetype-freeworld

Jetzt könnt Ihr dem Artikel weiter folgen und die Datei .fonts.conf im Homeverzeichnis mit dem angegebenen Inhalt anlegen. Eigentlich sollte damit alles erledigt sein. Sicherheitshalber machen wir noch eine Einstellung in der Schriftartenkonfiguration, damit es auch wirklich jedes Programm mitbekommt. Zu folgendem Dialog kommt Ihr, indem Ihr im Anwendungsmenü Systemeinstellungen aufruft und dann auf Schriftart.

font-settings

Hier setzt Ihr „Kantenglättung verwenden:“ auf „Aktiviert“ und wendet die Einstellungen an.

Machen wir’s hübscher

Ihr seht im Screenshot auch, dass ich nicht Fedoras Standardschriftart verwende, sondern Noto Sans. Das ist der eigentliche Standardfont von KDE Plasma 5. Dieser wird unter Fedora nicht standardmäßig eingestellt, weil er nicht den vollen Zeichensatz bei allen wichtigen Sprachen unterstützt. Das ist uns aber egal, denn für die meisten Sprachen, vor allem Deutsch, funktioniert alles bestens. Wenn Ihr die Schriftart auch nutzen möchtet, müsst ihr das entsprechende Paket erst installieren.

sudo dnf install google-noto-sans-fonts

Jetzt müsst Ihr allerdings die Schriftarteinstellung nochmal aufrufen, sonst weiß der Dialog nichts von den soeben installierten Schriften. Dann könnt Ihr der Einfachheit halber den Button „Alle Schriftarten anpassen …“ klicken und die Einstellung wie im folgenden Screenshot machen:

font-settings-noto

Der Font für „Feste Breite“ bleibt davon unberührt und müsste gesondert eingestellt werden. Aber der kann auch ruhig so bleiben. Damit die Einstellungen auch wirklich komplett übernommen werden, empfehle ich, Euch einmal neu anzumelden.

Die Fonts von Microsoft

Es gibt noch einen weiteren Schritt, den Ihr optional ausführen könnt, damit die Schrift auf Webseiten so aussieht, wie ihr es von Windows her gewohnt seid: Die wichtigsten Schriftarten von Microsoft, die sogenannten Core Web Fonts, stehen frei zur Verfügung und können daher auch unter Linux genutzt werden. Wenn Ihr das wollt sind sie nur diese beiden Befehle entfernt:

sudo dnf install cabextract
sudo rpm -i https://downloads.sourceforge.net/project/mscorefonts2/rpms/msttcore-fonts-installer-2.6-1.noarch.rpm

Voila! So ist auch im Web alles wie gehabt. Es bleibt zu betonen, dass dieser Schritt nicht zwingend notwendig ist um eine schöne Darstellung auf Webseiten zu bekommen. Bei allen Linux-Distributionen werden Schriftarten ausgeliefert, die die gleichen Metriken haben, wie die von Microsoft, die Liberation Fonts. So bleibt das Layout von Webseiten zumindest auf beiden Systemen gleich auch wenn sich die Schriftarten leicht unterscheiden.

Das wäre fürs Erste alles, was ich zu Schriftarten sagen kann. Nochmal: Die Schriftarten und das Rendering sind ein stückweit Geschmacksache und was ich hier beschreibe ist mein persönlicher Workflow beim Einrichten von Fedora KDE. Es steht Euch natürlich frei, andere Einstellungen zu machen. Ich zeige nur, was möglich ist. Da ich mich z. T. auf einen anderen Artikel bezogen habe ist vielleicht etwas unklar oder unvollständig geblieben. Schreibt mir Anregungen in die Kommentare. Und wie immer: Viel Erfolg!

Nachsorge – Teil 1

Updates

updates

Als erstes gilt es, noch fehlende Updates zu installieren um das System auch sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand zu bringen. Vermutlich ist Euch schon ein kleines Popup in der rechten unteren Ecke über dem Tray aufgefallen, welches Euch die bereitstehenden Updates ankündigt. Um diese einzuspielen klickt ihr einfach auf das dazugehörende Icon (im Screenshot mit dem blauen Balken) und wählt „Install updates“.

Ihr könnt natürlich auch Updates machen, wenn das Icon nicht zu sehen ist. Der beste Weg dafür ist eigentlich das Terminal (heißt „Konsole“ bei KDE), denn da sieht man auch direkt was dabei passiert. Das Update wird angestoßen, indem Ihr folgenden Befehl ausführt:

sudo dnf update

Wichtig: Die darauffolgende Abfrage benötigt das Passwort des aktuellen Benutzers.

sudo

sudo

Kleiner Exkurs: Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Option „Diesen Anwender als Administrator festlegen“ während der Installation. Damit haben wir den neu angelegten Benutzer in die Gruppe der Administratoren aufgenommen. Wir können beliebige andere Benutzer in diese Gruppe aufnehmen und jeder könnte sich mit seinem eigenen Kennwort für die Administrationsaufgaben authentifizieren und müsste das Root-Kennwort nicht kennen, welches, wie schon gesagt, nur noch in seltenen Fällen benötigt wird. sudo steht übrigens für „superuser do“, also „Führe als Administrator aus“.

Warum denn überhaupt noch ein Kennwort, wenn man doch zu den Administratoren gehört? Na, was kann passieren, wenn der Rechner mal unbeobachtet ist und dummerweise gerade nicht gesperrt ist? Eben! Weil man die Freiheit hat, könnte man aber tatsächlich die Passwort-Abfrage deaktivieren, wovon ich jedoch mit Nachdruck abraten würde. Als kleine Erleichterung merkt sich das Terminal für eine bestimmte Zeit, dass man sich bereits als Administrator ausgewiesen hat, sodass für nachfolgende Befehle mit sudo kein Passwort benötigt wird. Schließt man das Terminalfenster vor Ablauf dieser Zeit, ist die Authentifizierung natürlich auch abgelaufen. In einem neuen Fenster geht alles wieder von vorne los. Auch in grafischen Administrationswerkzeugen wird meistens das eigene Kennwort benötigt.

dnf

DNF ist das Paketmanagement bei Fedora und der Nachfolger von YUM. Warum man nicht einfach den Namen YUM beibehalten hat erschließt sich mir bis heute nicht. DNF ist schneller, ressourcensparender und löst Paketabhängigkeiten besser auf. Aber der Name ist einfach sperriger als YUM. Aber sei’s drum, wichtig ist was drin ist und nicht was draufsteht, gell?

Ein Paketmanager ermöglicht das Installieren, Aktualisieren und Deinstallieren von Softwarepaketen unter Berücksichtigung der Abhängigkeiten. KDE Plasma selbst ist beispielsweise in viele kleinere Pakete aufgeteilt und benötigt zum Betrieb seinerseits bestimmte Systemkomponenten, die bei einem GNOME-Desktop nicht installiert werden. Alle diese Probleme und einiges mehr löst der Paketmanager DNF. Für weitere Informationen gibt es die gute und umfangreiche Dokumentation oder Wikipedia.

update

Und was es mit dem dritten Wort „update“ im Befehl auf sich hat brauche ich wohl nicht zu erklären, denn die Prozedur habt Ihr ja soeben durch. Es wird einfach für alle installierten Pakete, ob System oder Anwendersoftware überprüft ob es Aktualisierungen gibt, die dann installiert werden.

Sprachenunterstützung

Kommen wir nun zum nächsten Fall, wo wir DNF benötigen: Das Nachinstallieren der deutschen Sprachpakete für dem Desktop und die Applikationen (Ich hatte schon einen Artikel dazu geschrieben, wie man das grafische Werkzeug dafür nutzt). Um die ISO nicht ganz groß werden zu lassen befindet sich im Live-System nur eine ganz rudimentäre Unterstützung der deutschen Sprache. Die restlichen Sprachpakete kann man mit einem einzigen Befehl hinzufügen:

sudo dnf langinstall de

langinstall_de

Unter anderem werden damit auch die deutschen Manual-Pages installiert, mit denen man sich Hilfen zu Befehlen anzeigen lassen kann. Das ist sehr nützlich, wenn man häufiger mit dem Terminal zu tun hat.

Weiter demnächst in Teil 2. Bis dahin: viel Erfolg!

Fedora – Installation

Grundsätzliches

In der Linux-Welt ist es heute gängig, die Installation über ein Live-System vorzunehmen. Man lädt sich die gewünschte ISO-Datei vom Server, schreibt sie auf einen USB-Stick und kann den Rechner damit booten. Damit wird dann das neue Betriebssystem gestartet, ohne an der bestehenden Rechnerkonfiguration irgendetwas zu verändern. Man gewinnt sofort einen ersten Eindruck, wie sich das System so „anfühlt“ und ob die verbaute Hardware gut unterstützt wird. Man kann alles ausprobieren und wenn man am Ende entscheidet, dass man doch lieber die Finger davon lässt, bleibt alles beim Alten. Keinerlei Risiko. Von diesem Live-System aus wird letztendlich auch die Installation angestoßen.

ISOs

Wir brauchen also die ISO-Datei von Fedora mit dem KDE-Desktop. Fündig werden wir bei den Fedora-Spins. Das sind Live-Systeme mit einem bestimmten Desktop und einer darauf abgestimmten Softwareauswahl.

fedora-spins

Daneben gibt es dann auch noch die Labs, wo nicht der Desktop im Vordergrund steht, sondern das Einsatzgebiet. Wichtig ist, dass alle Varianten auf den gleichen Pool an Software zurückgreifen. Sie unterscheiden sich eigentlich nur in der Auswahl der vorinstallierten Pakete. Man könnte also auch von einem KDE-Desktop aus mit nur einem Befehl in der Kommandozeile den GNOME-Desktop installieren. Aber das nur nebenbei.

Einen Geheimtipp gebe ich Euch noch. Da seit der Freigabe von Fedora 24 schon einige Zeit vergangen ist haben sich natürlich schon einige Updates angesammelt. Um zu vermeiden, dass Ihr nach der Installation nochmal ein halbes GB an Updates runterladen müsst, empfehle ich Euch, die aktualisierten ISOs nutzen.

fedora-live-respins

Schnappt Euch die ISO mit KDE im Namen. Dort sind die Updates bis zu diesem Tag schon alle enthalten. Ich kann Euch aber versichern, wenn Ihr die Installation durch habt, werden wieder Updates da sein 🙂

Wenn Ihr das ganze unter Windows macht empfehle ich Euch das Programm Rawrite32, um die ISO auf einen ausreichend großen USB-Stick oder eine SD-Karte zu bekommen. Das Tool herunterladen, entpacken und starten. Die soeben heruntergeladene ISO-Datei auswählen und warten bis der Check durch ist. Danach auf den ausgewählten Datenträger schreiben.

rawrite32

Passt aber auf, dass es wirklich der richtige ist, denn Daten die gerade drauf sind, werden damit gelöscht. Das wird eine Weile dauern. Solange könnt ihr Euch ja dieses Video ansehen um noch mehr auf Geschmack zu kommen.

Secure Boot

Falls Ihr ein UEFI-Board habt: Um Probleme bei der Installation zu vermeiden ist es ratsam, Secure Boot in der UEFI-Konfiguration zu deaktivieren. Fedora unterstützt zwar grundsätzlich Secure Boot und ich habe es bei mir auch aktiv aber es führt insbesondere dann zu Problemen, wenn man einen proprietären Treiber unter Linux installiert. Ein beliebtes Beispiel ist der NVIDIA-Treiber für die Grafikkarte.

Platz da!

Um Fedora überhaupt erst auf dem System installieren zu können muss natürlich ein unpartitionierter Bereich auf der Festplatte vorhanden sein. Zumindest ab Windows 7 sollte das auf einfache Art und Weise in der Datenträgerverwaltung möglich sein. Das hier aber noch genau zu erläutern würde zu weit führen, daher verweise ich mal auf eine andere Anleitung. Ihr müsst natürlich nur die Schritte 1 und 2 ausführen, denn die neue Partition wird vom Fedora-Installer angelegt. Etwas zwischen 20 und 30 GiB sollte ausreichen. Und ganz wichtig: Daten sichern! Ich habe schon unzählige Installationen hinter mir und dabei noch nie Daten verloren aber es kann immer passieren, egal wodurch. Ein Betriebssystem kann ja wieder installiert werden aber zumindest die wichtigen Daten sollten (auf einen externen Speicher) gesichert werden. Verstanden? OK 🙂

Es geht los …

Jetzt, da alles vorbereitet ist, kann der Spaß beginnen. USB-Stick/SD-Karte in den Rechner und festlegen, dass davon gebootet werden soll. Wo genau man das macht kann ich leider nicht sagen, weil das je nach Rechner oder Motherboard unterschiedlich sein kann. Bei meinem MSI-UEFI-Board drücke ich während des Startvorgangs einfach F11 und wähle das entsprechende Medium aus. Jetzt sieht man schon den Bootmanager des Live-Systems, wo ihr den ersten Eintrag wählt und Enter drückt um das System zu starten. Nach ein paar Sekunden sollte das System hochgefahren sein und wir landen auf dem wunderschönen, leeren Plasma-Desktop.

Live-Install

Hier könnt Ihr Euch jetzt umsehen aber wenn Ihr schon diese Anleitung lest, gehe ich davon aus, dass Ihr Fedora auch installieren möchtet. Wir halten uns also nicht lange auf sondern klicken auf das Fedora-Icon, wodurch das Menü geöffnet wird und wählen „Install“.

Auf dem ersten Bildschirm wählen wir die Sprache, was normalerweise auch gleich das passende Tastatur-Layout auswählt, wie wir gleich auf der nächsten Seite sehen.

Live-Install-Language

Hier kann man dann in beliebiger Reihenfolge fortfahren. Tastatur und Zeit & Datum, sollten eigentlich auch gleich richtig eingestellt sein. Falls nicht, kann das hier per Klick auf die entsprechenden Symbole erledigt werden. Wie die Einstellung funktioniert, sollte selbsterklärend sein, sodass hier keine Screenshots folgen. Auch der Rechnername im Netzwerk kann so auf Wunsch angepasst werden. Falls Ihr Euch mit einem Wi-Fi-Netzwerk verbinden möchtet, solltet Ihr das über das Tray-Icon auf dem Live-System selbst machen.

Live-Install-Settings

Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Partitionierung und damit vielleicht der schwierigste Teil. Bevor wir den Punkt nicht abgearbeitet haben, kann die Installation nicht beginnen. Legen wir also los:

Live-Install-Devices

Die erste Festplatte ist bereits ausgewählt, was durch einen Haken symbolisiert wird. Möchten wir Partitionen auf anderen Geräten ansprechen, müssen diese hier ebenso ausgewählt werden. Der Punkt „Spezial- & Netzwerkgeräte“ ist eher was für fortgeschrittene Anwendungszwecke. Dann wählen wir die Partitionierungsart. Wenn Ihr Fedora neben Windows installiert, empfehle ich die „Manuelle Konfiguration“. Für den ersten Versuch lassen wir das Thema Verschlüsselung auch erstmal beiseite. Wir klicken jetzt also links oben auf „Fertig“ und landen damit in der manuellen Partitionierung.

live-install-partition-standard

Bevor Ihr irgendetwas macht, solltet Ihr darauf achten, dass Ihr im Dropdown unter „Neue Einhängepunkte …“ Standard auswählt. Das voreingestellte „LVM“ würde ich auch eher als fortgeschritten bezeichnen.

Habt Ihr ein UEFI-Board wo Windows bereits installiert ist, gibt es schon eine „EFI System Partition“. Diese findet Ihr, wenn Ihr den Eintrag „Unbekannt“ aufklappt, dahinter verbergen sich die Partitionen, die bereits von Windows genutzt werden. Die ESP könnt Ihr bedenkenlos in Fedora mitnutzen. Klickt sie an und tippt „/boot/efi“ im rechten Bereich unter „Einhängepunkt“ ein. Alles weitere lasst Ihr wie gehabt. Ein Klick auf den Button „Einstellungen aktualisieren“ übernimmt die Daten. Hier wird dann ein Verzeichnis mit dem Fedora-Bootloader angelegt, neben dem bereits bestehenden für Windows. Ihr dürft diese Partition natürlich nicht formatieren, sonst könnt Ihr Windows hinterher nicht mehr starten. Bei einem BIOS-System entfällt dieser Schritt logischerweise.

live-install-efi-windows

Solltet Ihr wider Erwarten kein Windows installiert haben, müsst Ihr diese Partition manuell anlegen. 100 MB Größe sollten dafür dicke reichen.

live-install-efi-new

Dann legen wir eine Swap-Partition an.

live-install-swap

Wollt Ihr Suspend-To-Disk (auch bekannt als Ruhezustand) nutzen, sollte diese die Größe des verbauten Arbeitsspeichers + 1 GB haben, was bei Arbeitsspeichergrößen von 8 GB und mehr schon nicht unerheblich ist, weil dann schon kaum mehr ausgelagert wird. Ganz auf Swap zu verzichten ist dennoch nicht ratsam. Während unter Windows Swap- und Ruhezustand-Daten in separaten Dateien liegen (swapfile.sys, pagefile.sys und hiberfil.sys) nutzt man unter Linux diese spezielle Partition dafür.

live-install-swap-ready

So, die Swap hätten wir auch, kommen wir nun zur Root-Partition. In diese Partition wird das Fedora System installiert. In meinem Fall lege ich diese mit 15 GiB an, was ich als das Minimum bezeichnen würde, wenn man hinterher ein paar größere Programme installieren möchte. Ihr könnt diese Größe natürlich nach Belieben verändern.

live-install-system

Fehlt uns nur noch eine Home-Partition für die Daten der Benutzer. Streng genommen bräuchten wir diese gar nicht. Dann würde alles normal in der Root-Partition landen. Aber es ist sicherer die Daten in einer eigenen Partition abzulegen, die dann in das Verzeichnis „/home“ eingebunden wird, wo alle Benutzerverzeichnisse liegen.

live-install-home

Jetzt sind wir mit der Partitionierung fertig und sollten ungefähr folgendes Bild vorfinden:

live-install-partition-ready

Nach einem Klick auf „Fertig“ erscheint ein Dialog, wo wir es uns noch einmal überlegen können. Tun wir aber nicht, sondern drücken brav auf „Änderungen übernehmen“ um dem Glück näher zu kommen.

live-install-partition-confirm

Jetzt sind wirklich alle Vorkehrungen getroffen und der Button „Installation starten“ wurde endlich freigeschaltet. Also los!

live-install-start

Während jetzt im Hintergrund schon mal die Installation läuft, müssen noch einige Dinge erledigt werden: Dem Root-Benutzer, das ist der Administrator, fehlt noch ein Kennwort und ein normaler Benutzer ist auch noch nicht angelegt.

live-install-running

Geben wir dem Root doch einfach ein gutes Passwort und klicken auf Fertig.

live-install-root-passwort

Jetzt kommt der eigentliche normale Benutzer. Hier gibt es noch zu beachten, dass Ihr den Haken bei „Diesen Anwender als Administrator festlegen“ setzt. So habt Ihr im Regelfall mit dem Root-Benutzer nichts mehr zu tun und könnt Administrator-Ausgaben mit eurem eigenen Passwort erledigen. Das ist heute gängige Praxis in fast allen Linux-Distributionen.

live-install-user

Damit wären wir fertig mit der Konfiguration. Wenn die Installation im Hintergrund abgeschlossen ist, bleibt uns nur noch auf „Konfiguration abschließen“ zu klicken.

live-install-ready

Nach ein paar Sekunden dürfte auch dass erledigt sein und wir können den Installer beenden.

live-install-end

Jetzt könnt Ihr es doch bestimmt kaum noch erwarten, das frisch installierte Fedora zu starten. Fehlt also nur noch ein Reboot:

live-install-reboot

Das wars erstmal

Damit ist der Teil mit dem Live-System und der Installation abgeschlossen. Ich habe bestimmt noch einiges vergessen. Man denkt ja auch nicht an jede Eventualität. Aber dafür sind die Kommentare da. Wenn etwas unklar ist, einfach fragen und ich ergänze es. Wenn ich irgendwo Mist geschrieben habe und Ihr es besser wisst, lasst es mich auch wissen.

Der nächste Artikel folgt bestimmt. Es gibt nämlich noch so ein paar Dinge anzupassen und zu optimieren. Aber alles der Reihe nach.

Viel Spaß!