Multimedia

Ein gutes Betriebssystem ist ein Allrounder. Auf dem System, mit dem ich programmiere, möchte ich nebenbei auch noch Musik hören oder in einer entspannten Pause einen schönen Film anschauen. Nun ist es so, dass man dafür Software benötigt. Zum einen die Codecs und zum anderen die Abspielprogramme. Freie Formate, wie Ogg Vorbis und FLAC funktionieren von Haus aus aber schon bei MP3 ist Schluss mit Lustig.

Wo ist das Problem? Von einem derart umfangreichen Repository, wie Fedora es hat, erwarte ich doch, das alles enthalten ist und die notwendigen Dinge bestenfalls schon vorinstalliert sind. Aber leider ist das nicht so und der Grund sind Softwarepatente auf bestimmte Algorithmen und Mechanismen in Multimedia-Codecs und natürlich kommen da auch Lizenzen ins Spiel, für die man zahlen muss (Das würde ein Linuxer ja nie tun! ;-). Und da Software-Patente gerade in den USA ein großes Thema sind, kann Red Hat diese Codecs nicht ohne weiteres ausliefern. Das gleiche hatten wir auch beim Thema Font-Rendering. Und ebenso wie dort, hilft uns auch hier das RPM Fusion Repository weiter. Falls Ihr es noch nicht eingebunden habt, holt es ganz schnell nach:

Terminal (Konsole) öffnen und folgenden Befehl ausführen:

sudo dnf install --nogpgcheck http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm http://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm

Die Installation der beiden Pakete bestätigen und schon sollte (fast) alles da sein, was wir im offiziellen Repository vermissen.

Codecs

Die Voraussetzungen sind geschaffen, jetzt müssen die Bibliotheken und Codecs selbst noch installiert werden. Das besorgt der folgende Befehl:

sudo dnf install gstreamer1-plugins-base gstreamer1-plugins-good gstreamer1-plugins-ugly gstreamer1-plugins-bad-free gstreamer1-plugins-bad-freeworld gstreamer1-plugins-bad-free-extras ffmpeg

Ihr seht, dass ein ganzer Haufen Pakete (samt Abhängigkeiten) installiert wird. Insbesondere die, die mit -bad oder -ugly enden, enthalten die patentbehafteten Codecs.

Player

Die Codecs hätten wir damit installiert, fehlt nur noch ein guter Player. Während bei KDE für Musik meist Amarok verwendet wird, fehlt ein gescheiter Video-Player (den mitgelieferten Dragon-Player habe ich nie zufriedenstellend in Betrieb nehmen können). Ein sehr empfehlenswerter Allrounder ist VLC, den Ihr wahrscheinlich schon von Windows kennt (wer hat den nicht installiert?).

sudo dnf install vlc

DVD

Jetzt haben wir einige Codecs installiert und fast sämtliche gängigen Videoformate damit abgedeckt. Nur DVDs können wir immer noch nicht abspielen, denn es fehlt die Bibliothek libdvdcss manchmal auch libdvdcss2 genannt. Hier ist die Situation nochmal komplizierter, wer dazu mehr wissen möchte, sei auf den Artikel in der deutschen Wikipedia verwiesen.

Aber natürlich kommen wir auch da ran. Dafür binden wir das negativo17 Multimedia-Repository ein und installieren das entsprechende Paket. Man sollte normalerweise nicht wahllos Repositories hinzufügen aber diese beiden sind quasi renommiert. Ich nutze sie auch und kann sie bedenkenlos empfehlen. Wer einen Nvidia Grafikchip hat wird negativo17 wegen des angebotenen Treibers auch schätzen.

sudo dnf config-manager --add-repo=http://negativo17.org/repos/fedora-handbrake.repo
sudo dnf install libdvdcss

Jetzt können wir VLC auch für die Wiedergabe von DVDs nutzen. Wer es rechtlich aber ganz wasserdicht haben möchte, kann sich natürlich auch lizenzierte Codecs oder Player kaufen und damit nebenbei auch noch die Firma Fluendo unterstützen, die seit Jahren schon Multimedia-Software für Linux (und andere Systeme) anbietet.

Damit sollten wir ein System haben, welches jeglichen Multimedia-Ansprüchen genügt. Viel Erfolg beim Ausprobieren.

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