VDSL II

1&1 Router
1&1 Router

Seit Anfang der Woche bin ich nun also wieder mit DSL im Internet unterwegs. VDSL 100 von 1&1, wie im letzten Beitrag erwähnt. Bevor das ganze aber in Betrieb genommen werden konnte, war noch ein wenig Vorarbeit nötig.

Zu der Zeit als unser Haus gebaut wurde (Mitte der 90 Jahre), war es wohl gängige Praxis, eine ISDN-Telefonanlage mit einzubauen. Zumindest, bei denen, die meinten, etwas von Telekommunikation zu verstehen. Selbst die Türklingel und Gegensprechanlage funktionierten ursprünglich über dieses System. In fast jedem Zimmer gibt es also eine TAE-Dose, die über ein 4-adriges Kabel mit der Schaltzentrale im Anschlussraum verbunden war. Heute ist das alles ziemlich nutzlos. Eine Netzwerkverkabelung oder wenigstens Leerrohre wären mir viel lieber gewesen.

Ein Gutes hat die Sache dann aber doch noch: Ich kann meinen Router in fast jedem Zimmer platzieren, denn für den DSL-Anschluss brauche ich eben nur zwei Adern. So habe ich mal fix ein vorhandenes Patchkabel an einer Seite abgeschnitten, die zwei relevanten Drähte (blau und weiß-blau) über die Hausverkabelung mit der TAE-Dose in meinem Büro verbunden und schon konnte ich den Router dort anstöpseln. Ich bin immer wieder erstaunt, wie durch diese beiden dünnen Kupferdrähte 100 MBit an Daten pro Sekunde durchgehen. Und es sollen ja mittelfristig noch mehr werden wenn man an den Nachfolgestandard G.fast denkt. Komischerweise war unser Städtchen Lübbecke bislang immer vorne mit dabei, wenn es um den DSL-Ausbau ging. Hoffentlich bleibt das auch für den weiteren Ausbau so. Ich finde das sehr spannend.

Die neue FRITZ!Box 7490 steht jetzt also auf meinem Schreibtisch und wird als Printserver, NAS, Mediaserver und Switch im Netzwerk genutzt. So kann ich auch bei Experimenten mit dem Raspberry Pi den direkten Anschluss verwenden und muss mich nicht mit der Einrichtung einer WLAN-Verbindung rumschlagen. DECT-Basisstation für zwei FRITZ!Fons war schon die alte Box. Mit der WLAN-Reichweite und dem Durchsatz kann ich auch ganz zufrieden sein. Die 100 MBit/s können auch an einem Rechner eine Etage höher über WLAN noch voll ausgenutzt werden. So muss das sein. Merkwürdigerweise vergibt AVM in der Standardeinstellung die gleiche SSID für das 2,4 und 5 GHz Netz. So weiß man bei der Verbindung nicht, welches man gerade erwischt. Aber Bezeichnungen sind ja schnell geändert.

So ist denn nun meine Odyssee durch die Routerlandschaft damit vorerst vorbei. TP-Link, Netgear, ASUS und Co konnten mich aus diversen Gründen nicht zufriedenstellen. Bei Netgear und TP-Link war es vor allem das altbackene und schlecht entwickelte Webinterface, was mich abschreckte (Ich entwickle selbst Webinterfaces). ASUS war in dieser Hinsicht immerhin besser. Bei der WLAN-Reichweite hingegen waren die von mir getesteten Modelle sogar meiner alten FRITZ!Box 7270 unterlegen. Zumindest bei meinen räumlichen Gegebenheiten.

Man soll ja niemals nie sagen und daher schließe ich auch nicht aus, irgendwann mal wieder auf den Kabelanschluss zurückzugreifen. Bis es aber wieder soweit ist, habe ich Autputz-Kabeldose und Kabelanschluss-Verstärker, wieder aus dem Technikraum verbannt. Der Techniker, der die Komponenten seinerzeit installiert hatte, nahm dafür ausgerechnet die denkbar ungünstigeste Stelle des schmalen Raumes: Gegenüber dem Warmwasserspeicher, sodass der Durchgang zu den Gerätschaften dahinter, wie Gaszähler, Wasserzähler und Wasserenthärtungsanlage auf knapp 30 cm Breite schrumpfte. So wurde das Antennenkabel regelmäßig rausgerupft und z. T. die Dose gleich mit, wenn Handwerker mal dahinter wollten. Sehr nervig und zum Glück jetzt vorbei.

Kabelanschluss-Verstärker
Kabelanschluss-Verstärker

So habe ich nun wieder einen aufgeräumten Technik- bzw. Abstellraum was für die Frau ja auch wichtig ist. Außerdem das vielseitigste Technikspielzeug aus dem Hause AVM auf meinem Schreibtisch. Wenn der Internetanschluss jetzt auch noch zuverlässig funktioniert, bin ich zufrieden.

War das jetzt Linux-related? Na klar, damit läuft doch die FRITZ!Box! 🙂

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