Schriftdarstellung bei Fedora optimieren

desktop_initial
Desktop ohne Optimierung

Was einem fast als erstes auffällt, wenn man ein eine Linux-Distribution installiert, ist die Darstellung der Schrift. Im System selbst aber vor allem auf Webseiten. Während die Schriftdarstellung bei Ubuntu z. B. schon von Haus aus sehr angenehm ist, gefällt sie mir bei Fedora in der Standardeinstellung überhaupt nicht. Und vermutlich wird das bei den meisten Nutzern so sein, denn das ist schon keine Geschmacksfrage mehr 😉

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Browser ohne Optimierung

Wenn man etwas weiter recherchiert, erfährt man auch schnell die Ursache für das eher suboptimale Fontrendering. Es wird nämlich kein Subpixelrendering verwendet, weil die Methoden dazu teilweise patentrechtlich geschützt sind, und Fedoras Ausrichtung ist es eben, konsequent (patent)freie Software auszuliefern. Aber es gibt ja für (fast) alles eine Lösung, und die möchte ich hier aufzeigen.

Ganz allgemein wertet man eine Fedora-Installation ungemein auf, wenn man das RPMFusion Repository einbindet. Dort findet man dann auch Dinge, wie Multimedia-Codecs, proprietäre Grafiktreiber für NVIDIA und AMD und andere Schmankerl. Also werden wir jetzt als erstes das besagte Repository einbinden und das passiert mit folgendem Befehl im Terminal:

sudo dnf install --nogpgcheck http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm http://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm

Dann einfach das eigene Kennwort eingeben und die Installation bestätigen. Nur zur Info für die, die gleich wieder meckern, dass ich meinem vorigen Beitrag widersprechen würde, indem ich jetzt ja die Kommandozeile bemühen müsste: Ich könnte mir die beiden RPM-Pakete auch einfach von der Website runterladen und jeweils per Doppelklick installieren. Aber mal ehrlich, so geht es doch viel schneller, oder?

Jetzt, da das Repository eingebunden ist, können wir das Zusatzpaket freetype-freeworld installieren, welches uns eine bessere Schriftdarstellung verschafft. Zu dem zweiten Paket, welches wir hier der Einfachheit halber gleich mitinstallieren, komme ich später. Wir führen also wieder einen Befehl im Terminal aus.

sudo dnf install freetype-freeworld gnome-tweak-tool

Möglicherweise muss noch der Import des öffentlichen Schlüssels für das Repository bestätigt werden. Hier gilt wiederum, dass ich genauso gut im Paketmanager nach diesen Paketen hätte suchen können um sie per Klick zu installieren. Aber wo wir doch schon ein Terminalfenster offen haben…

Um jetzt tatsächlich in den Genuss der Verbesserung zu kommen sind noch ein paar Schritte nötig. Mit einem beliebigen Texteditor speichern wir eine Datei „.fonts.conf“ (der Punkt ist wichtig) mit folgendem Inhalt im Benutzer-Verzeichnis, also /home/<benutzer>:

<?xml version='1.0'?>
<!DOCTYPE fontconfig SYSTEM 'fonts.dtd'>
<fontconfig>
 <match target="font">
  <edit mode="assign" name="rgba">
   <const>rgb</const>
  </edit>
 </match>
 <match target="font">
  <edit mode="assign" name="hinting">
   <bool>true</bool>
  </edit>
 </match>
 <match target="font">
  <edit mode="assign" name="hintstyle">
   <const>hintslight</const>
  </edit>
 </match>
 <match target="font">
  <edit mode="assign" name="antialias">
   <bool>true</bool>
  </edit>
 </match>
 <match target="font">
  <edit mode="assign" name="lcdfilter">
   <const>lcddefault</const>
  </edit>
 </match>
</fontconfig>

Dann können wir weitermachen und die Schriftdarstellung auch auf dem Desktop verbessern. Dazu starten wir das Tool, welches wir vorhin mitinstalliert hatten. Optimierungswerkzeug heißt es im Deutschen. Unter Schriften, setzen wir das Hinting auf Slight und die Kantenglättung auf Rgba. (Ich hätte auch zeigen können, wie man das im Terminal macht, aber lassen wir das …)

Jetzt noch einmal aus- und einloggen und Voila! Das sieht doch schon viel besser aus:

desktop_freetype
Desktop mit Optimierung

Und hier nochmal Wikipedia im Browser:

browser_freetype
Browser mit Optimierung

Ich muss dazu sagen, dass mir die Schriftdarstellung mit dieser Einstellung auch deutlich besser gefällt als ClearType unter Windows, was ja auch schon nicht schlecht ist. Und gerade Patente von Microsoft machen es uns hier ja auch so kompliziert, ein gutes Schriftbild zu bekommen.

Was sagt Ihr dazu? Findet Ihr die Einstellung besser? Oder zeigt Euch diese Anleitung nur, das Linux ja doch ein Frickel-System ist?

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3 Gedanken zu “Schriftdarstellung bei Fedora optimieren

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