Notensatz und freie Software

Eine Zeitlang habe ich mich mehr mit Notensatz befasst. Damals vorwiegend mit den Programmen capella und Sibelius unter Windows. Es gibt ja schließlich so eine Art Gruppenzwang, wenn man Noten austauschen will. So etwas wie MusicXML zum Dateiaustausch hat sich leider nie so richtig durchgesetzt. Und wenn, dann hätte es ja sowieso nur in sehr beschränktem Umfang funktioniert. Ich will auch nichts negatives über die beiden Programme sagen, denn besonders Sibelius ist ein hochkarätiges Programm mit einer eingängigen Bedienung.

Seit einiger Zeit setze ich die Open Source Software MuseScore dafür ein, wenn ich denn wieder ein paar Noten zu schreiben habe, was zugegebenermaßen nicht mehr so oft vorkommt. In der Bedienfreundlichkeit und den für mich wichtigen Funktionen, steht MuseScore den beiden genannten auch in nichts nach.

Warum ich diesen Text aber eigentlich schreibe: Ich habe spaßeshalber mal geschaut, wie sich die vorher genannten Programme denn so weiterentwickelt haben und sehe auf den Webseiten, dass jeweils zwei Versionen angeboten werden: Eine „volle“, teure Version (z. B. Sibelius 7.5: 665 €) und eine „Light“-Version (Sibelius First 7: 119 €) mit zum Teil drastischen Einschränkungen.

Mir schoss dabei durch den Kopf, dass ich mir zum Glück bei freier Software darüber keine Gedanken machen muss. Die Software hat möglicherweise nicht immer die Qualität, die ich bei einer teuer bezahlten proprietären Lösung bekomme (und auch zurecht erwarte). Aber die Features, die es gibt, stehen für alle uneingeschränkt und kostenlos zur Verfügung. Und MuseScore muss sich in weiten Teilen nicht hinter Sibelius verstecken. Wenn man neue Noten schreibt, könnte man beim Austausch einfach das entsprechende Programm gleich mitliefern und niemand müsste sich teure Software kaufen, nur um eine kleine Änderung machen zu können.

Oh, wartet mal, da rüttelt gerade jemand an mir und sagt, ich solle endlich aufwachen. Na ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen… 🙂