KDE Plasma Desktop

„Sowieso“-Edition

Bei den großen Distributionen wie openSUSE, Fedora, Mageia, Debian, Ubuntu, Arch… (Ihr kennt sie alle) kann ich es total verstehen: Zu einem mehr oder minder soliden Basissystem werden unterschiedliche Desktop-Umgebungen angeboten. Vielleicht wird das eine oder andere System als Standard gekennzeichnet aber meist funktionieren die Optionen ähnlich gut.

Ich nutze z. B. schon seit längerem Fedora 20 mit der KDE Plasma Shell, was auch insgesamt (kleine Ecken und Kanten gibt es immer) sehr gut funktioniert. Und das, obwohl eigentlich GNOME 3 der Standard-Desktop ist.

Und warum ist das so? Weil ein großes Team dahinter sitzt, welches dafür sorgt, dass die Desktops so gut wie möglich in das Konzept der Distribution integriert werden. Firefox, LibreOffice und GTK-Programme bekommen über Styles den KDE-Look verpasst und selbst für distributionsspezifische Einstellungen gibt es oft sowohl ein GTK-, als auch ein Qt-Frontend.

Soweit so gut. Warum muss aber die kleine Distro X, als Ein- oder Zwei-Personen-Projekt neben seiner GNOME-Edition noch unbedingt eine KDE-Edition anbieten? Will man es auf Biegen und Brechen jedem recht machen? Mir persönlich sind da schon die Distributions-Entwickler lieber, die sich auf eine spezielle Nutzererfahrung (klingt bescheuert auf deutsch) beschränken und diese versuchen zu perfektionieren.

Jemand will aber unbedingt KDE? Na und? Dann soll er doch eine andere Distribution wählen. Es ist ja nicht so, dass es keine Auswahl gäbe.

  • Chakra z. B. ist eine wunderbare auf KDE beschränkte Distribution. Man hat hier als Basis Arch-Linux gewählt und versucht, diese Basis optimal mit KDE zu verzahnen. Zugegeben, Arch-Linux ist vielleicht eher für fortgeschrittene Nutzer aber man hat hier schon vieles vereinfacht.
  • Elementary OS, eine im wahrsten Sinne des Wortes „schöne“ Distribution nutzt die selbst entwickelte Umgebung Pantheon. Hier wirkt wirklich alles wie aus einem Guss. Der Fokus liegt auf einem schönen, minimalistischen Design.
  • Bei Netrunner geht es den Entwicklern gerade um die KDE-Desktop-Umgebung und man bietet hier wiederum zwei unterschiedliche Basis-Systeme an (Arch und Debian).

Sicherlich gibt es noch andere Beispiele, die man nennen könnte aber ich denke, gerade das brauchen wir: Fokus auf den Desktop. Nicht nicht noch eine Distribution, die versucht, es jedem Recht zu machen und alle Geschmäcker zu bedienen. Das wird nicht gutgehen, solange man nicht die entsprechende Manpower hat

Habt Ihr noch Tipps für gut abgerundete „kleine“ Distributionen? Lasst es mich wissen!

Bild: „KDE Plasma2 TP“ von KDE – http://dot.kde.org/2013/12/20/plasma-2-technology-preview [1]. Lizenziert unter GNU General Public License über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:KDE_Plasma2_TP.png#mediaviewer/File:KDE_Plasma2_TP.png

Advertisements

2 Gedanken zu “„Sowieso“-Edition

  1. Es stellt sich eher die Frage, warum muss es immer wieder eine ein bis zwei Personendistribution geben.

    Ich machte schon einmal den Vorschlag einen Server mit Preinstallationfiles zu implementieren und jene, dann noch eigene Pakete wie z.B. Einstellungen, Wallpaper, Icons etc durch selbst gestellte Server hinzuziehen zu können.

    Somit braucht man nur noch ein Installationsimage, welches dann eine bebilderte Auswahl inkl Beschreibungen und Votingssystem bietet.
    Das ganze ist gestützt auf sagen wir mal Debian.
    Lösbar mit Puppet oder sonstiges.
    Dadurch können Standarddistributionen genutzt werden.
    Solide nutzt Debian
    Bleeding Edge kann Fedora sein
    Walking on the Fireline ArchLinxu etc.

    Stösste auf wenig gegenliebe, da die Arbeit zu Groß, meine Idee zu blöde, oder aber auch vielleicht der Selbstglanz durch das nicht selbst erstellen einer Distribution verloren geht.

    Lustiger weise fußen diese Ein-Zweimanndistributionen ja sowieso meist auf Debian oder Ubuntu 😉

    • Gar keine schlechte Idee. Und die Frage, ob die Ein-/Zwei-Mann-Distributionen überhaupt sinnvoll und nötig sind, stellt sich sowieso. Aber gerade das Verfolgen eines ganzheitlichen Ansatzes finde ich interessant. Das dann nicht mehr im Vordergrund steht, dass z. B. KDE als Desktop verwendet wird, sondern das die Usability, ein gutes Design usw. im Vordergrund stehen. Der eine Distributor schafft das indem er KDE einsetzt und möglicherweise abwandelt oder vorkonfiguriert und der andere macht das ganze mit GNOME oder was auch immer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s